Donnerstag, 02.09.2010

Freiburg mobilisiert im Internet gegen Cardinal-Schliessung

Freiburg (sda) In Freiburg regt sich Widerstand gegen die geplante Schliessung der Brauerei Cardinal. Anders als 1996, als zehntausend Menschen auf der Strasse gegen einen ersten Schliessungsversuch demonstrierten, organisieren sich die Gegner nun im Internet.

Bereits 11'000 Personen haben bis am Abend (20.00 Uhr) auf dem Internet-Portal Facebook ihre Sympathie für die Ideen eines Komitees mit dem Namen "Sauvons Cardinal/Rettet Cardinal" bekundet. Auch auf der Internet-Plattform Twitter organisieren sich Gegner der Schliessung.

 

Das Komitee bildete sich bereits am Dienstag, als Cardinal-Besitzerin Feldschlösschen ankündigte, per Juni 2011 die traditionsreiche Freiburger Brauerei zu schliessen. Das Komitee besteht aus neun Personen und wird unterstützt von CVP-Nationalrätin Thérèse Meyer-Kaelin und dem Präsidenten der CVP Freiburg, Emanuel Waeber.

 

Mit dem Komitee gehe es darum, die Freiburger Bevölkerung für Cardinal zu mobilisieren und sie zu vereinigen, sagte Emmanuel Kilchenmann, Mitglied der Jungen CVP Freiburg und Mitbegründer des Komitees, am Mittwoch der Nachrichtenagentur SDA. Das Komitee wolle die Arbeit der Gewerkschaften oder die Rettungsbemühungen der Politik nicht ersetzen.

 

Komitee sieht zwei Wege

 

Auf der eigenen Internetseite schreibt das Komitee, es gebe zwei mögliche Wege zur Rettung von Cardinal: "Mit allen möglichen Mitteln" Druck aufsetzen auf Feldschlösschen sowie Verhandlungen aufnehmen mit dem Ziel, dass Freiburger Investoren und das Freiburger Volk Cardinal übernehmen.

 

Zu diesem Zweck hat das Komitee auf seiner Internetseite die Frage gestellt: "Wer ist bereit, Anteilscheine zu kaufen?". Bis Mittwochnachmittag kündigten nur wenige Menschen an, dafür ins Portemonnaie greifen zu wollen.

 

Seit heute Donnerstag feilschen Gewerkschaftsvertreter und die Verantwortlichen der Brauerei Feldschlösschen um die Umsetzung des Entscheids. Feldschlösschen nehme Vorschläge der Betriebskommission und der Gewerkschaft Unia entgegen zur künftigen Nutzung des Standorts sowie zum bereits ausgehandelten Sozialplan. Nicht verhandelbar sei hingegen der Grundsatzentscheid, dass die Brauerei Freiburg im kommenden Juni schliesse, teilte das Unternehmen mit.

 

Betroffen sind 75 Mitarbeitende - 18 werden vorzeitig pensioniert, 57 erhalten von Feldschlösschen ein Stellenangebot. Rund 90 Prozent haben das Gesprächsangebot inzwischen angenommen, wie Feldschlösschen am Donnerstag weiter mitteilte.

 

Die Mitarbeitenden könnten demnach am bestehenden Logistik-Standort Givisiez bei Freiburg arbeiten, in Biel, Bern oder auch in Sitten. Zudem ist auch das aargauischen Rheinfelden eine Option. Dorthin wird die Produktion verlagert.

 

 
 

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